Zeckenbiss

 

 

Wo lauert die Zecke

Jedes Jahr, teilweise schon an wärmeren Februartagen und oft bis in den November hinein, muss man beim Spielen und Toben in Wiesen und Wäldern daran denken, dass kleine Plagegeister lauern: Zecken, auch Holzböcke genannt. Diese kleinen Spinnentiere lauern nicht, wie verbreitet angenommen, auf Büschen und Bäumen, um sich herabfallen zu lassen, sondern sie sitzen bis in 1 m Höhe im Gras und im Gebüsch, wo sie beim Vorbeigehen abgestreift werden. Der beste Schutz gegen eine hungrige Zecke ist helle, fest anliegende, lange Kleidung. Auch gegen Mückenstiche wirksame Insektenschutzmittel bieten meist einen zeitlich begrenzten Schutz gegen Zecken.


Zecken benötigen zu ihrer Entwicklung Blut, das sie bei Mensch und Tier saugen. Dazu bohren sie sich mit ihren Beißwerkzeugen in die Haut. Besonders gern suchen sie sich Stellen mit weicher Haut, wie hinter den Ohren, im Nacken, auch auf der Kopfhaut, an Brust und Bauch, in den Achseln oder den Leisten. Aber auch an anderen Körperstellen wird gesaugt. Deshalb ist das Wichtigste: Nach jedem Aufenthalt auf Wiesen, im Gebüsch und im Wald den gesamten Körper absuchen. Zecken können dabei ganz unterschiedlich groß sein, von stecknadelkopf– bis erbsengroß.


Wie entferne ich eine Zecke


Wenn man eine Zecke gefunden hat, dann am besten mit einer speziellen Zeckenzange, die es bei Jako-O gibt, oder mit einer Pinzette direkt über der Haut so weit wie möglich vorn fassen und mit einer leichten Drehbewegung, egal in welche Richtung (Zecken haben kein Gewinde!), ohne Quetschen aus der Haut herausziehen. Bitte vorher weder Öl, Klebstoff, Nagellack oder was immer landläufig empfohlen wird, auf die Zecke geben; dies veranlasst sie nur, im Überlebenskampf noch ein mal eine große Portion Speichel in die Wunde zu geben.

Risiken
Über den Speichel der Zecke, der bei jedem Saugvorgang in die Wunde abgegeben wird, kann die Zecke bei uns in Mitteleuropa mit zwei Krankheiten anstecken:

 

 

Erkrankungen welche durch ein Zeckenbiss ausgelöst werden können

Die Borreliose:
Die Erreger (Borrelien) werden in Zecken in ganz Europa gefunden. Es gibt keinen Impfstoff gegen diese bakterielle Erkrankung. Sollten sich bis zu einem Vierteljahr nach Zeckenstich eine ringförmige Rötung um die Stichstelle zeigen, die sich langsam vergrößert, oder aber andere unklare Krankheitssymptome wie Fieber, Unwohlsein, Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit auftreten, dann bitte den Kinderarzt konsultieren und dabei den Zeckenstich erwähnen!
Mit Antibiotika die in diesem Fall zwischen zwei und drei Wochen lang gegeben werden müssen, kann eine Borreliose gut behandelt werden.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME):
Diese Krankheit können nur Zecken in so genannten Endemiegebieten verbreiten. Wo sich diese genau befinden, kann man für Europa hier erfahren.
Gegen das FSME-Virus kann man sich impfen lassen.
Die FSME verläuft in zwei Schüben: Eine erste Krankheitsphase 3-30 Tage nach dem Zeckenstich macht sich mit grippeähnlichen Symptomen (leichtem Fieber selten über 38.0 °C, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Übelkeit, Erbrechen) bemerkbar. Die zweite Phase tritt nicht immer auf, sie gab der Krankheit jedoch ihren Namen: eine Entzündung der Hirnhäute und/oder des Gehirns.
Es gibt bisher kein Heilmittel gegen FSME. Allerdings verläuft die Krankheit in Mitteleuropa in den meisten Fällen sehr mild. Wer einmal die FSME überstanden hat, ist immun geworden.
 

Empfehlung an die Eltern

Sollte dein Kind von einer Zecke gebissen werden, notiere das Datum. Beide Erkrankungen können Tage bzw. Monate später erst Symptome zeigen. Allein die Notiz des kleinen Vorfalls kann die Erinnerung an den Zeckenbiss wach halten. In aller Regel verlaufen Zeckenbisse harmlos - und nur in seltenen Fällen ist mit den genannten Folgeerkrankungen zu rechnen.

 

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Dr. Anke Steinborn

 

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