Hautpflege Winter

 

 

Hautpflege im Wechsel der Jahreszeiten

Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter - jedes Jahr wieder der gleiche Wechsel von Kalt und Warm, Feucht und Trocken, dicken Jacken und T-Shirts. So, wie wir unsere Kleidung der Witterung anpassen, sollten wir es auch mit der Hautpflege tun. Denn auch die Bedürfnisse der Haut ändern sich mit den Jahreszeiten.

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Werden die Tag im Herbst wieder kürzer und kühler, kommen die ersten Nebeltage und Bodenfröste, heizen wir unsere Wohnungen wieder gemütlich warm. Das alles strapaziert die Haut, und die unserer Kinder besonders, weil sie dünn ist und die Talgproduktion noch gering. Nun wird es Zeit, die Hautpflege umzustellen, damit nicht gleich trockene, rote, juckende Stellen entstehen. Wer bisher mit einer Lotion gut ausgekommen ist, sollte jetzt Cremes oder Fettcremes bevorzugen, wer im Sommer eine Creme benutzt hat, sollte zu Fettcremes oder gar Salben wechseln. Wer im Sommer ohne zusätzliche Pflege ausgekommen ist, sollte der Haut zumindest nach dem Baden oder Duschen eine Einreibung mit einer Lotion gönnen. Bei sehr trockener Haut können Pflegeprodukte aus der Apotheke mit Zusätzen von Harnstoff (Urea) mit Anteilen von 2 % bei Kleinkindern im Gesicht, 5 % bei Kleinkindern und Kindern am Körper und 10 % bei älteren Kindern und Erwachsenen an Händen und Füßen oder Omega-Fettsäure (z.B. aus Nachtkerzensamenöl) sehr gut tun. Harnstoffhaltige Produkte aber bitte nur auf intakter, nicht entzündeter Haut anwenden, bei kleinen Hautverletzungen oder irritierter Haut könnte es sonst zu Brennen und zusätzlichen Reizungen kommen. Mineralische Öle (in der Kennzeichnung der Inhaltsstoffe als Paraffinum liquidum zu finden), Vaseline (Petrolatum) und Melkfett sind als Hautpflege eher ungeeignet, da sie einen Fettfilm auf die Haut legen, der den Hautstoffwechsel behindert. Besser sind pflanzliche Öle, Lanolin (Wollwachs) oder auch Bienenwachs als Grundlagen von Pflegeprodukten geeignet. Wenn man darauf achtet, dass die Luftfeuchtigkeit in der beheizten Wohnung nicht zu niedrig wird (30 - 50 % sind ideal), tut man seiner Haut (und den Schleimhäuten) zusätzlich Gutes. Feuchte Tücher, Wasserschalen auf der Heizung, Zimmerbrunnen, Wasservernebler und natürlich regelmäßiges Lüften tragen dazu bei, dass wir uns wohl fühlen.

Beim Aufenthalt im Freien, besonders bei Temperaturen unter 5 °C, sollten freiliegende Hautpartien, besonders aber das Gesicht, mit einer wasserfreien Salbe geschützt werden. Wasser in einer solchen Wetterschutzsalbe würde sich bis auf die Umgebungstemperatur abkühlen können, dadurch können im schlimmsten Fall Erfrierungen entstehen. Die Salbe erst kurz vor dem Verlassen der Wohnung dünn auftragen und nach dem Aufenthalt im Freien mit einem Zellstofftuch verbliebene Reste sorgfältig entfernen, dann gibt es auch keine Pickelchen.
Besonders die Hände leiden im Winter besonders, da die Haut dort sich nicht selbst mit Fett versorgen kann. Regelmäßiges Eincremen der Hände und Tragen von Handschuhen sollten im Winter selbstverständlich sein. Ist es doch einmal zu rauher, trockener oder gar rissiger Haut gekommen, hilft ein Handbad in leicht erwärmtem Olivenöl oder das dicke Auftragen von Handcreme unter Baumwollhandschuhen. Dann noch ein heißer Tee und eine schöne Kuschelrunde mit einem guten Buch, das tut im Winter Großen und Kleinen gut.


Dr. Anke Steinborn - Hautärztin

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