Wie bekomme ich mein Kind "sauber" und
wann fange ich damit an???
Um diese Frage zu klären, werden viele Gespräche unter Müttern und Vätern
geführt; die Großeltern geben ihre mal mehr und mal weniger geschätzte
Ratschläge dazu und viele vermeintliche "Experten" aus dem
Freundeskreis halten ihre Meinung zu entsprechenden
"Erziehungsmaßnahmen" auch nicht hinterm Berg.
Da bleibt es kaum aus, irgendwann ins Grübeln zu kommen und sich die Frage zu stellen, was ist denn nun richtig und sinnvoll?
Zunächst ein paar Eckdaten zum Thema.

Entwicklungsvoraussetzung
Frühestens mit 2 Jahren kann dein Kind bewusst den
Blasen- und Darmmuskel kontrollieren. Und erst wenn
diese wichtige Körperfunktion rein sachlich funktioniert, kann mit dem Thema
"Töpfchen" ernsthaft begonnen werden. Spätestens ab dem Laufalter
folgen einem die lieben Kleinen regelmäßig aufs Örtchen ... schließlich
könnte Mama oder Papa verloren gehen, oder noch schlimmer etwas schrecklich
Interessantes könnte verpasst werden. Damit wissen die Kinder sehr wohl, für
was so ein Klo und diverse Zutaten wie Klopapier etc. gut sind.
Natürlich waren WIR viiiiel schneller sauber .... wenn
man auf die Oma hört ... was ist dran an dieser Geschichte.
"Früher" wurden die Kinder spätestens ab dem 1. Geburtstag "getopft".
Sei es auf dem Hochstühlchen - mit integriertem Topf - meine Mutter ist heute
noch begeistert oder eben teilweise im Stundentakt mal eben auf den
normalen Topf gesetzt. Der Tagesablauf war geprägt von den zwanghaft
abgehaltenen Sitzungen. Da fast jede Mutter durch Beobachtung feststellen kann,
wann das eigene Kind seine individuelle Ausscheidungszeit hat, kann man so eben
auch die Trefferquote beeinflussen. Aber, waren wir tatsächlich trocken? Wenn
man Expertenmeinung dazu einholt eher NEIN. Im Gegenteil diese
"Dressurversuche" hatten teilweise schlimme Nebenwirkungen. Im Schnitt
ein Jahr lang hatte man von den Kindern gefordert was sie im Grunde weder
begriffen noch konnten. Ein Teil der Kinder wurde dadurch stark verunsichert,
andere machte es rebellisch ... was ja zwangsläufig auch wieder Reaktionen der
Eltern hervorrief ... Es zeigte sich bald ein weiterer großer Nachteil;
zur Sauberkeit dressierte Kinder waren und sind extrem anfällig für
Rückschläge.
Wie ist der richtige
Zeitpunkt zu erkennen?
Da es nicht DEN Zeitpunkt gibt der richtig ist, solltest Du dich im
wesentlichen auf dein Gefühl verlassen. Vor dem 2. Geburtstag ist es nach
meiner Erfahrung sinnlos und die reine Zeitvergeudung. Wichtig ist mit dem Kind
darüber ins Gespräch zu kommen. Und zwar OHNE eine Erwartungshaltung zu
vermitteln. Sicherlich eine kleine Gratwanderung.
Beobachte mal ob sich dein Kind mit zunehmendem Alter zurückzieht bevor die
Windel "duftet". Wenn Du diese Verhalten regelmäßig beobachtest,
kannst Du davon ausgehen, dass die Kontrolle des Blasen- und Darmmuskels
eingesetzt hat. Und damit könntest Du Handlungsfähig werden .....
Bevor ich jetzt tausend Beispiele mit Für und Wider hervorkrame erzähle ich
wie ich meine beiden Söhne sauber bekommen habe. Sie sind so unterschiedlich in
ihrer Art wie Tag und Nacht - und es hat trotzdem mit der gleichen Methode
funktioniert. Einige Freundinnen haben es ebenso durchgezogen, mit dem gleichen
Erfolg. Bild anklicken - noch mehr Infos!
So hat es bei uns und Freunden geklappt
Als ich den Zeitpunkt für "reif" gehalten habe war Stefan 2 Jahre 6 Monate
und Julian 2 Jahre 9 Monate alt. Sie zogen sich seit Wochen zurück um ihr
"Geschäft" in Ruhe auszusitzen. Unser Jüngster kam zu diesem Zeitpunkt morgens mit
trockener Windel aus dem Bett, um 10 Minuten später mir die
klitschnasse Windel entgegenzudrücken .... und so kaufte
ich mit dem "Kandidaten" zusammen die letzte Packung Windeln
Dieser Einkauf war sorgsam vorbereitet. Da Beide keine Anstalten machten von
alleine die Windel loswerden zu wollen (das gibt es nämlich auch) musste ich
also nachhelfen. Bei der letzten Windel des im allgemeinen Einkaufstohuwabohu
gekauften Paketes fing ich an darauf hinzuarbeiten.
"Nun ist schon wieder ein Windelpaket leer ... jetzt kaufe ich noch EIN
Paket, und dann musst du Julian aufs Klo gehen. Die Windeln sind nämlich teuer,
und wir sparen ganz viel Geld wenn du auch dein Pipi ins Klo machst. Stell dir
vor wenn Mama, Papa und Stefan auch Windeln bräuchten - dann wäre die
Mülltonne ja noch schneller voll ...."
Dann der Einkauf. Boooh, das kostet aber. Mensch guck mal das Polizeiauto -
das ist aber toll - na ja, wenn wir keine Windeln mehr kaufen müssen können wir
bestimmt mal ein Polizeiauto kaufen ...
Bei jedem Wickeln der ersten Tage: Jetzt haben wir aber eine Menge Windeln,
ich bin schon froh, wenn ich dich nicht mehr wickeln brauch ...
In den letzten Tagen habe ich die Windeln mit den Kindern gezählt, so sahen
sie wie es immer weniger wurden, ... und dann waren sie alle.
Tja mein Schatz, du weißt ja wir haben gestern Abend die letzte Windel
verwendet - heute Morgen gibt es keine mehr. Komm lass uns zum Klo gehen ....
Ein Tag mit Pfützen und teilweise Tränchen folgte, die Unterhöschen, die wir
dazwischen auch teilweise kauften, gewaschen und zusammen bereit gelegt haben,
wurden natürlich bestaunt, und ab dem zweiten Tag schleppte ich die
Ersatzwäsche praktisch nur noch zu meiner eigenen Sicherheit mit. Wir haben
äußerst selten davon Gebrauch machen müssen.

Der Weg zum Topf beginnt im Kopf
Wenn die Kinder wissen warum wir Eltern dies oder
das wünschen oder erwarten - wenn es kindgerecht nachvollziehbar ist, wird man
auch beim Kind nicht auf Widerstand, sondern auf guten Willen treffen. (Bild
anklicken noch mehr Infos)
Eine gute Beobachtung deines Kindes im Vorfeld ist der
halbe Erfolg. Mit dem Kind sprechen, erklären, und das Vorgehen erläutern und
diesem dann standhalten ist die andere Hälfte des Erfolges.
Viel Erfolg wünscht
Schwester Ute
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