Durchfalldiät Säuglinge

 

 

Diätetische Maßnahmen

Sind notwendig damit sich der Magen und Darm wieder erholen und heilen kann. Um die Gewichtsabnahme zu stoppen und wieder an Gewicht zu gewinnen ist es notwendig, dass dem Körper Kalorien und Bausteine zum Aufbau früh zugeführt werden.

Flüssigkeits- und evtl. Salzverlust muss ausgeglichen werden.

 

Gestillte Säuglinge

werden weitergestillt, bekommen zusätzlich Tee und / oder Elektrolytlösung. Die Muttermilch ist stark lactosehaltig (Lactose = Milchzucker und führt ab) deshalb trinken kranke Stillbabys instinktiv oft tagelang weniger. Deshalb ist es sinnvoll während der Krankheitsphase des Kindes zusätzlich Muttermilch abzupumpen und einzufrieren. In der Genesungsphase wird dein Kind wieder deutlich mehr verlangen – dann könnte es sonst eng werden mit "voll stillen". Die Brust reagiert auf das weniger Trinken des Babys sonst mit Milchrückgang.


Flaschen-Babys

Nach der Tee- oder Elektrolytpause (Menge und Zeitraum sind mit dem Kinderarzt individuell zu besprechen) wird auf eine spezielle Heilnahrung umgestellt. Diese Heilnahrungen sind zusammengesetzt um dem "geschädigten" Darm  eine gute Nährstoffaufnahme zu ermöglichen.

Bei Heilnahrungen gegen Durchfall ist der Milchzucker teilweise durch andere Kohlenhydrate ersetzt. Ein hoher Stärkeanteil gewährleistet einmal eine gute Sättigung, und hat eine "stopfende" Wirkung im Darm. Zusätze wie Karotte oder Banane unterstützen diese  Wirkung und binden außerdem Wasser und Bakterien und transportieren diese mit dem Stuhlgang hinaus. Der Fettgehalt ist reduziert – eingeschränkte Verdauung – und der Eiweißgehalt ist leicht erhöht gegenüber einer normalen Säuglingsnahrung.

Heilnahrungen gibt es auch für allergiegefährdete Säuglinge. Bitte in diesen Fällen auf den Aufdruck HA achten.

Halbmilch wird ebenfalls gerne von Kinderärzten empfohlen. Dabei handelt es sich um Flaschenmahlzeiten hergestellt aus der normalen Wasser- und halbierten Pulvermenge der gewohnten Säuglingsnahrung. Zu bedenken ist bei dieser Ernährungsform dass die Babys von den Mikronährstoffen völlig unterversorgt sind und eine deutlich geringere Energiezufuhr haben. Die Pulvermenge zu halbieren bedeutet auch halbe Nährstoffzufuhr. Unklar ist häufig bei dieser Empfehlung wie lange welche Dosierung gefüttert werden soll. Ich sehe gegenüber der Heilnahrung nur Nachteile in dieser Ernährungsform bei Durchfall.

 

 

 

Reisschleimflaschen ebenfalls eine Ernährungsform die immer wieder empfohlen wird. Auf 200 ml abgekochtes abgekühltes Wasser 7 - 8 gehäufte Teelöffel Instant Reisflocken geben und gut schütteln. Es dient dazu den Magen zu beruhigen und den Stuhl etwas zu festigen. Es ist auf keinen Fall als Dauerernährung geeignet. Ein bis zwei Reisschleimflaschen zu Beginn eines Darminfektes können hilfreich sein. Danach sollte der zügige Übergang zu einer Heilnahrung statt finden.

Spezialnahrungen Hydrolysate. Bei Verdacht auf Kuhmilchunverträglichkeit, Allergie oder Lactoseintoleranz kann es ebenfalls zu Durchfällen kommen. In diesen Fällen gibt es spezielle Hydrolysatnahrungen ausschließlich in Apotheken zu kaufen. Diesen können bei extremen Verläufen von Durchfällen gefüttert werden.

 

Beikost für ältere Säuglinge mit Durchfall

bulletKarottengläschen pur plus Heilnahrung / Brust
bulletKarottengläschen mit zerdrückter Kartoffel angereichert
bulletKarottengläschen plus 4 – 5 EL Instant Reisflocken
bulletschaumig geschlagene Banane und/oder geriebener Apfel
bulletHeilnahrungsbrei siehe Packungshinweise
bulletmilchfreier Brei aus 150 ml Wasser und 20 g Babys Reisflocken
bulletZwieback in Wasser aufweichen und geriebenen Apfel dazu

Bei Besserung der Stuhlkonsistenz kann ins Gemüse etwas Butter oder Maiskeimöl zugegeben werden. Der milchfreie Brei kann durch einen Halbmilchbrei (mit Babynahrung! nicht mit Frischmilch) ersetzt werden. Auch andere Gemüse (Pastinake, Zucchini etc.) dürfen wieder eingeführt werden. Schrittweise die Diät lockern. Das Kind entwickelt wieder Appetit und verlangt auch nach anderen Speisen. Zusätzlich zu Zwieback darf auch wieder ein Keks geknabbert werden.

Keine Salz-Sticks oder Colagetränke anbieten. Auch Schwarztee ist wegen seiner sonstigen Wirkung völlig ungeeignet bis ins Schulkindalter.

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Umstellung auf die gewohnte Kost 

Sollte langsam und schrittweise erfolgen. Nach 5 – 6 Tagen ist der Durchfall meist überstanden, der Stuhlgang gut geformt und das Baby wieder fröhlich. Jeden Tag kann eine Mahlzeit von der Diät – ob Heilnahrung oder Diät-Gemüse – umgestellt werden. Die geschädigte Darmschleimhaut kann bis zu drei Wochen brauchen um sich vollständig zu erholen. Sollte bei der Umstellung der Stuhlgang wieder dünn oder gar stinkig werden, sofort wieder auf Diät gehen.

Der Darm verträgt einige Tage kein "kreuz und quer" Speiseplan. Sollte es bei jedem Umstellungsversuch wieder zu Durchfall kommen muss unbedingt der Kinderarzt um Rat gefragt werden.

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Gute Besserung wünscht

Schwester Ute

 

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