Babyhaut

 

 

Hintergrundinformationen zur Hautfunktion

Die Haut ist unser größtes Organ. Bereits in unseren ersten Lebensstunden funktioniert dieses "Organ" einwandfrei und effizient. Sie hat für uns eine lebenswichtige Schutz- und Stoffwechselfunktion; beim Baby noch mit kleinen Einschränkungen.

Die wichtigsten Funktionen sind Schutz, Ausscheidung, Temperaturregulation, Atmung und Sinneswahrnehmung. Jede einzelne Funktion ist für unser Überleben unerlässlich!

Schutz:

Unsere Haut ist umgeben von einem Säureschutzmantel, der aus den Sekreten der Talg- und Schweißdrüsen besteht. Hiermit wird das Eindringen von Bakterien und Pilzen gestoppt.

Auch die Hornschicht wirkt als Barriere gegen Bakterien, Pilze, Parasiten und viele schädliche Chemikalien. Bereits eine kleine Verletzung dieser Hornschicht erhöht die Durchlässigkeit der Haut für Fremdstoffe.

Melanin schützt uns vor den UV-Strahlen des Sonnenlichts.

Fresszellen (Phagozyten) fangen eingedrungene Bakterien auf, fressen und zerstören diese um weiteren Schaden zu verhindern.

Ausscheidung:

Die Haut sondert erhebliche Mengen an Wasser und Salz, sowie kleine Mengen an Harnstoff und Laktat ab.

Temperaturregulation:

Steigt unsere Körpertemperatur über einen bestimmten Wert, wird unser Körper beeinträchtigt. Der Körper reguliert dieses u. a. durch Schwitzen. Die Verdunstung von Schweiß auf der Hautoberfläche hat eine kühlende Wirkung.

Auf der anderen Seite verliert der Körper (vor allem von Babys) über die ausgekühlte Haut sehr schnell an Wärme - was es im Säuglingsalter zu vermeiden gilt.

Sinneswahrnehmung:

Die Sinneswahrnehmungen erlauben es uns, unsere Umwelt wahrzunehmen und zu interpretieren. Sie dienen als Schutz- und Warnmechanismen und als Zeichen der Zuwendung durch liebevolles Berühren.

Atmungsorgan:

Die Haut "muss" atmen!

 

 

Besonderheiten der Babyhaut

bulletKäseschmiere bei/nach der Geburt (Nahrung, Wärme)
bulletHöherer Feuchtigkeitsgehalt der Haut (Reibung erzeugt gleich Blasenbildung ! )
bulletVerminderte Schweißbildung (Kühlung)
bulletGeringe Melaninproduktion (praktisch kein natürlicher Sonnenschutz der Haut)
bulletVerkleinerung der Talgdrüsen (höhere Anfälligkeit gegen Reizstoffe, wie Speichel, Exkremente)
bulletGrößere Oberfläche als bei Erwachsenen (Auskühlen etc.)
bulletInfektionsanfälliger weil "Schutzbarriere" noch nicht ausgereift, Immunsystem noch nicht vollwirksam gegen Mikroorganismen

Deshalb ist es unerlässlich bei der Babypflege sorgsam und mit Bedacht vorzugehen.

 

Haut und Umwelteinflüsse

In den letzten Jahren wird immer häufiger von trockener Säuglingshaut (Ekzemneigung usw.) berichtet. Es wird vermutet, dass dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf Umweltveränderungen zurück zu führen ist. Studien untersuchen die Zusammenhänge. Offensichtlich kann schon eine sehr warme und zu trockene Wohnraum-Atmosphäre dazu beitragen, dass Ekzeme oder Allergien - besonders bei Kindern - deutlich zunehmen.

 

Umweltfaktoren zu Hause

Raumklima

Wir leben heute in gut geheizten Wohnungen - mit gut abgedichteten Fenstern und Türen - was schnell zur Folge hat, dass die Luft trocken ist und in der Wohnung steht. Damit schaffen wir eine optimale Atmosphäre für die Hausstaubmilbe - welche vorzugsweise in den Polstermöbeln lebt. Sie ist wohl eine der häufigsten Einzelursachen für das Entstehen von Ekzemen und Allergien.

In dieser warmen, trockenen Luft wird auch der Babyhaut ihre Feuchtigkeit entzogen. Auf Dauer wird die Hornschicht geschädigt, es entstehen Risse und Reizstoffe haben quasi "freie Fahrt" - Hautprobleme sind vorprogrammiert.

Baden und Waschen

Allein schon das Waschen/Baden mit normalem Leitungswasser kann die Haut austrocknen. Der Feuchtigkeits- und Fetthaushalt der Haut wird gestört und braucht Zeit (und Hilfe?) sich wieder auszugleichen.

Badeprodukte für Erwachsene sind deshalb auf keinen Fall zur Babypflege geeignet.

 

Natürliche Faktoren

Zahnen und Kaubereitschaft

Gesteigerter Speichelfluss führt oft zu wunden und trockenen Stellen im Gesicht - um den Mund herum, Halsfalte bis hinters Ohr.

UV-Strahlung

Vor allem im Sommer, aber auch in der normalen lichthellen Zeit, kann die Sonneneinstrahlung so stark sein, dass die zarte Haut der Babys und Kleinkinder durch die UVB-Strahlen gefährdet ist.

Niedrige Temperaturen

Im Frühjahr, Herbst und Winter begünstigen niedrige Temperaturen die Entstehung von trockener Haut und Hautreizungen; vor allem im Gesicht und an den Händen. Kommen lokale Reizungen dazu, z.B. durch Speichelfluss und laufende Nase, kann es zur Wundheit kommen.

Ein Ziel der Hautpflege muss sein, die natürliche Schutzschicht der Haut positiv zu beeinflussen, die Hautfunktion zu stärken und alles unter dem Motto

Weniger ist manchmal mehr !

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Vielen Dank für die fachliche Unterstützung an Dr. Anke Steinborn - Hautärztin

 

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